Fruchtgenussrecht oder Wohnungsgebrauchsrecht?

Viele Eigentümer überlegen sich, ihre Wohnung an ihre Kinder weiterzugeben, jedoch weiterhin die Wohnung zu benützen. Im Zuge von Schenkungs- und Übergabsverträgen gibt  es unterschiedliche Möglichkeiten, sich bestimmte Rechte an Wohnungen vorzubehalten (siehe § 521 ABGB):

  • Wohnungsgebrauchsrecht:   Dieses berechtigt den Nutznießer, die betreffende Wohnung zu seinem eigenen Bedürfnis bis zum Zeitpunkt seines Ablebens zu nutzen. Jedoch darf der Nutznießer die Wohnung nicht vermieten!
  • Fruchtgenussrecht:               Das Fruchtgenussrecht umfasst das Recht, die betreffende Wohnung mit Schonung der Substanz ohne Einschränkung zu benützen und geht über die bloße Befriedigung des persönlichen Wohnbedürfnisses deutlich hinaus. Auch eine Vermietung der Wohnung  ist möglich. Die Fruchtnießung an einem Miteigentumsanteil beinhaltet das Recht zur Ausübung der dem Miteigentümter zustehenden Nutzungs- und Verwaltungsbefugnisse.

Beide Rechte werden normalerweise im C-Blatt der betreffenden Liegensschaft im Grundbuch verbüchert. Wenn der Wohnungsgebrauchtsberechtigte weiterhin Auskunft bei der Hausverwaltung wünscht und an den Abstimmungen der Eigentümergemeinschaften mitwirken will, ist eine Vollmacht notwendig. Der Fruchtgenussberechtigte benötigt keine Vollmacht.

   
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